Alkohol

„Alkohol ist dein Sanitäter in der Not, Alkohol ist dein Fallschirm und dein Rettungsboot. Alkohol ist das Drahtseil, auf dem du stehst, Alkohol ist das Schiff, mit dem du untergehst.“ (Ausschnitt aus „Alkohol“ von Herbert Grönemeyer)

Alkohol als Medizin – Herbert Grönemeyer bringt es gut auf den Punkt. Aber Alkohol kann mehr.

Im gesellschaftlichen Umgang spielt Alkohol natürlich eine fast nicht wegzudenkende Rolle. An Geburtstagen, zu Weihnachten und Silvester, bei Empfängen, bestandenen Prüfungen, Festivitäten und anderen besonderen Anlässen, selbst bei Sportveranstaltungen stösst man mit einem Glas Sekt, Wein oder Hochprozentigem an.

Ob Hochzeiten oder Todesfall, ob romantisches Abendessen oder die Verabschiedung eines Junggesellen in den Ehestand, Alkohol fliest überall in Strömen. Er ist Kulturgut und Wirtschaftsfaktor, Seelentröster, Entspannungsmittel, Verführer (auch in Parfümfläschchen) und profanes Desinfektionsmittel zur Sterilisierung seelischer Leiden und medizinischer Gerätschaften.

Alkohol ist nützlich – und nützt auch in Augenblicken der Verzweiflung. Da kommt er gerade recht. Und er ist leicht zu haben.

Für mich persönlich am Faszinierensten an dem Thema ist und war immer das Kuriosum, das selbst unter Medizinern die Tatsache kaum bekannt ist, das Alkohol eine enorm potente Droge ist. Jeder Student und jede Studentin der Medizin muß notgedrungen am Standardwerk der Pharmakologie (dem „Forth-Henschler“) vorbei, in dem es eine kleine Tabelle gibt, auf der folgendes aufgelistet ist:

Hier die Originaltabelle:

Tabelle: Charakteristik abhängigkeitserzeugender Pharmaka

Charakteristik abhängigkeitserzeugender Pharmaka

Erstaunlich, nicht wahr? Irgendwie eigentlich unglaublich. Alkohol an zweiter Stelle hinter der absoluten Topdroge: Heroin (gehört zu „morpinartige Analgetika“). Und noch vor Substanzen wie Kokain oder dem omnipräsenten Cannabis. Medizinisch nicht erklärlich, hat sich Alkohol in Europa im Laufe der Zeit einen Stellenwert als Kulturdroge gesichert (in Asien ist das beispielsweise Haschisch).

Manche Soziologen behaupten, wir hätten durch die allgegenwärtige Präsenz von Alkohol einen Weg gefunden, damit umzugehen. Dazu nur eine von zahllosen Tabellen zu dem Thema:

Alkohol und die sozialen Folgen

Die gesellschaftlichen Kosten des Alkoholkonsums belaufen sich auf zwischen 1% und 3% der Bruttoinlandsprodukts.

Für die Europäische Union lassen sich somit gesellschaftliche Kosten des Alkoholkonsums auf zwischen 65 Millionen und 195 Millionen Euro beziffern (abgeleitet vom BIP 1998).

Etwa 20% der Gesamtkosten sind direkte Kosten, d.h. Aufwendungen, die tatsächlich für gesundheitliche, soziale und rechtliche Dienste aufgebracht werden.

Etwa 10% der Gesamtkosten werden durch materielle Schäden verursacht.

Etwa 70% der Gesamtkosten sind Einkommensverluste der Personen, die vorzeitig sterben, oder nicht imstande sind, ihre gesellschaftlich produktiven Aufgaben so wahrzunehmen, wie sie es ohne Alkohol gekonnt hätten.

Falls Sie persönlich betroffen sind:

Warten Sie nicht länger! Rufen Sie an und vereinbaren Sie einen Termin zu einem Gespräch. Je länger Sie warten, umso weiter wird sich die Droge in Ihrem Leben ausbreiten.

Falls Sie indirekt betroffen sind:

Nehmen Sie ebenfalls Kontakt auf (mit mir oder einem anderem Experten). Denn wenn Sie diese Seiten angeklickt haben, besteht vermutlich bereits irgendein Problem, das Sie nach Informationen suchen läßt.

Allgemeine Informationen

Das Institut für psychosoziale Strategien veranstaltet Workshops für alle Altersgruppen – ob Jugendliche, Erwachsene, PädagogInnen, MedizinerInnen – ein Angebot, das regelmäßig genutzt wird.

Falls Sie Interesse an einem solchen Workshop oder Vortrag haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Wir kommen gerne.

E-Mail: office@strategien.at