Dr. Wolfgang Gombas
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Therapiebereich PSYCHOSEN

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Der Begriff "Psychose" wird häufig - und im Grunde irrtümlich - mit "Schizophrenie" gleichgesetzt. Tatsächlich bedeutet "Psychose" eine schwere Beeinträchtigung psychischer Funktionen. Dabei sind je nach Art der Psychose einmal mehr das Denken oder mehr das Empfinden und Fühlen beeinträchtigt.

Psychosen werden in organische und nicht-organische Psychosen unterteilt.
Ursachen organischer Psychosen können psychotrope Substanzen wie Alkohol, Kokain oder Halluzinogene sein sowie Verletzungen (häufig: Verkehrsunfälle) oder auch systemische Erkrankungen des Körpers, die das Gehirn mit beeinträchtigen.
Ursachen nicht-organischer Psychosen sind nicht vollständig geklärt. Während man hoffte, durch die Entschlüsselung des Gen-Codes (DNA) eine vollständige Antwort auf diese Frage zu finden (was sich bislang nicht abzeichnet), geht man heute von einem multi-faktoriellen Geschehen aus. Das dazugehörige Modell, das "Vulnerabilitäts-Stress-Coping-Modell" spiegelt diese multi-faktorielle Konzeption wider.

Vulnerabilitäts-Stress-Coping-Modell

Im Grunde lässt sich dieses Modell auf alle psychischen Störungen anwenden. Es entwickelte sich aber aus der Arbeit mit schizophrenen PatientInnen, wo die Klärung der Ursachen und das Verstehen der Zusammenhänge dringend notwendig war.

Zu den "nicht-organischen Psychosen" zählen die

- schizophrenen Störungen,
- die bipolaren Erkrankungen (das frühere "manisch-depressive
  Kranksein") und die
- schizoaffektive Störung (eine Mischung aus den beiden ersteren).

Die schizophrenen Störungen

sind im allgemeinen durch grundlegende und charakteristische Störungen von Denken und Wahrnehmung sowie inadäquate oder verflachte Affekte gekennzeichnet.
Die Bewusstseinsklarheit und intellektuellen Fähigkeiten sind in der Regel nicht beeinträchtigt, obwohl in letzter Zeit die oft beobachteten kognitiven Defizite der Patienten (Merkfähigkeit, Entwickeln von Zielen, Planung, Impulskontrolle, Aufmerksamkeitssteuerung, Interpretation von Mimik und Gestik anderer Personen) besonderes Forschungsinteresse geweckt haben.
Die wichtigsten psychopathologischen Phänomene sind Gedankenlautwerden, Gedankeneingebung oder Gedankenentzug, Gedankenausbreitung, Wahnwahrnehmung, Kontrollwahn, Beeinflussungswahn oder das Gefühl des Gemachten, Stimmen, die in der dritten Person den Patienten kommentieren oder über ihn sprechen, Denkstörungen und Negativsymptome (sozialer Rückzug, Affektverflachung, Anhedonie). Der Bezug zur Wirklichkeit ist meist erheblich gestört, das Denken, die Wahrnehmung, das Wollen und das Fühlen sind beeinträchtigt

Bipolare Störung

Hierbei handelt es sich um eine Störung, die durch wenigstens zwei Episoden charakterisiert ist, in denen Stimmung und Aktivitätsniveau des Betroffenen deutlich gestört sind. Diese Störung besteht einmal in gehobener Stimmung, vermehrtem Antrieb und Aktivität (Hypomanie oder Manie), dann wieder in einer Stimmungssenkung und vermindertem Antrieb und Aktivität (Depression). Wiederholte hypomanische oder manische Episoden sind ebenfalls als bipolar zu klassifizieren.
F31.0 Bipolare affektive Störung, gegenwärtig hypomanische Episode
F31.1 Bipolare affektive Störung, gegenwärtig manische Episode ohne psychotische Symptome
F31.2 Bipolare affektive Störung, gegenwärtig manische Episode mit psychotischen Symptomen
F31.3 Bipolare affektive Störung, gegenwärtig leichte oder mittelgradige depressive Episode
F31.4 Bipolare affektive Störung, gegenwärtig schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome
F31.5 Bipolare affektive Psychose, gegenwärtig schwere depressive Episode mit psychotischen Symptomen F31.6 Bipolare affektive Psychose, gegenwärtig gemischte Episode
F31.7 Bipolare affektive Psychose, gegenwärtig remittiert

Schizoaffektive Störungen

Episodisch auftretende Störungen, bei denen sowohl affektive als auch schizophrene Symptome auftreten, aber die weder die Kriterien für Schizophrenie noch für eine depressive oder manische Episode erfüllen.
F25.0 Schizoaffektive Störung, gegenwärtig manisch
Eine Störung, bei der sowohl schizophrene als auch manische Symptome vorliegen und deshalb weder die Diagnose einer Schizophrenie noch einer manischen Episode gerechtfertigt ist. Diese Kategorie ist sowohl für einzelne Episoden als auch für rezidivierende Störungen zu verwenden, bei denen die Mehrzahl der Episoden schizomanisch ist.
F25.1 Schizoaffektive Störung, gegenwärtig depressiv
Eine Störung, bei der sowohl schizophrene als auch depressive Symptome vorliegen und deshalb weder die Diagnose einer Schizophrenie noch einer depressiven Episode gerechtfertigt ist. Diese Kategorie ist sowohl für einzelne Episoden als auch für rezidivierende Störungen zu verwenden, bei denen die Mehrzahl der Episoden schizodepressiv ist.
F25.2 Gemischte schizoaffektive Störung

OHNE medikamentöse Therapie lässt sich in dieser Gruppe psychischer Erkrankungen nur wenig ausrichten. Die pharmakologische Behandlung ist unerläßlich, um die Patienten zu stabilisieren und eine Basis für Gespräche herstellen zu können.
Daneben ist die therapeutische Beziehung zwischen Arzt und Patient eine Grundvoraussetzung, um ausreichend Vertrauen für weitere medikamentöse Maßnahmen und andere therapeutische Schritte zu haben.
Zusammen mit der pharmakologischen Behandlung sind soziotherapeutische und psychotherapeutische Therapien die drei Säulen, auf denen jede diesbezügliche Behandlung fußen sollte.

Klinische Studien und Behandlungsprogramme:

Gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen führe ich laufend klinische Behandlungsprogramme für Patientinnen und Patienten mit schizophrenen Störungen durch - wobei neue Medikamente mit den bisherigen Standardtherapien verglichen werden.
Falls Sie mit Ihrer momentanen Behandlung unzufrieden sind oder gerne eine zweite Meinung einholen wollen, melden Sie sich bitte hier oder über das Sekretariat an, ich stehe Ihnen gerne für Informationen zur Verfügung.