Dr. Wolfgang Gombas
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Therapiebereich ANGST

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Angst ist eine Grundform menschlichen Erlebens. Sie ist ebenso angeboren wie unerläßlich im Überlebenskampf jeder Spezies. Das Problem: beim Menschen kann Angst zu einem alles überschwemmenden Gefühl anwachsen.

Klassifikation der Angststörungen

Das ICD10 ("international classification of diseases") unterscheidet vier große Gruppen:
F40 Phobische Störungen

F40.0 Agoraphobie
      .00 ohne Panikstörung
      .01 mit Panikstörung
F40.1 soziale Phobie
F40.2 spezifische Phobie

F41 Andere Angststörungen

F41.0 Panikstörung
F41.1 Generalisierte Angststörung
F41.2 Angst und depressive Stimmung, gemischt

F42 Zwangsstörung

F42.0 vorwiegend Zwangsgedanken oder Grübelzwang
F42.1 vorwiegend Zwangshandlungen (Zwangsrituale)
F42.2 Zwangsgedanken und Zwangshandlungen, gemischt

F43 Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen

F43.0 akute Belastungsreaktion
F43.1 posttraumatische Belastungsstörung
F43.2 Anpassungsstörung
      .20 kurze depressive Reaktion
      .21 längere depressive Reaktion
      .22 Angst und depressive Reaktion, gemischt
      .23 mit vorwiegender Beeinträchtigung von anderen Gefühlen
      .24 mit vorwiegender Störung des Sozialverhaltens

Angstspirale

Viele Menschen beschreiben ihre Situation
wie gefangen in einem Netz, in dem die Angst
immer mehr Angst erzeugt und einen scheinbar
unentrinnbaren Sog entwickelt. "Angst vor der
Angst" führt zu Vermeidungsverhalten, enger
Fokusierung auf Ursachen und Folgen der
Angstsymptome und zu Gedankenspiralen, die
ausschließlich um ein Thema kreisen.
Die Folge: alle anderen Aspekte des Lebens und
damit auch alle möglichen Quellen von Freude und Leichtigkeit verschwinden aus dem Blickfeld, werden vergessen. Das Diktat der Angst nimmt zu und überstrahlt quasi alle Bereiche.

Trotz des anhaltenden Streits der verschiedenen Disziplinen um die beste und effizienteste Therapie ist die Psychiatrie pragmatisch dazu übergegangen, psychologische und pharmakologische Therapiemethoden miteinander zu verknüpfen. Dies erscheint besonders in der Behandlung der Angststörungen sinnvoll und zielführend, da Patienten und Patientinnen sowohl eine rasche Linderung ihrer Angst brauchen, um ihr Leben wieder unbeschwert gestalten zu können. Andererseits suchen Patienten und Patientinnen oft nach Sinn- und Erklärungszusammenhängen, um die Entstehung der Störung in ihrem Leben einordnen, ihr sozusagen einen "Platz" geben zu können.

Angstspirale
Angst ist eines der Grundgefühle, die bei jedem Menschen existieren und uns durch's Leben begleiten. In den verschiedenen Lebensabschnitten und Entwicklungsphasen sind es meist recht unterschiedliche Inhalte, die angstvoll besetzt sein können.

Evolutionsgeschichtlich ist Angst enorm wertvoll. Sie ist eine immanent sinnvolle und hilfreiche Emotion, die uns vor Gefahren warnt und beispielsweise durch Flucht vor Schaden schützt.

Krankhaft werden Ängste erst dann, wenn sie zu einer Lähmung führen und unkontrollierbar werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob man vor etwas Bestimmtem Angst hat (z.B. engen Räumen, Krankheiten) oder ob die Angst aus "heiterem Himmel" auftaucht.